Mit vollzähligem Vorstand den Herausforderungen der Zukunft begegnen

Katholische Jugend wählt Seelsorgerin und stellt sich den Zukunftsfragen zur Boliviensammlung

Am Vergangenen Wochenende fand die Diözesanversammlung des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier, wie bereits im letzten Jahr, in digitaler Form statt. Die rund 50 Delegierten und beratenden Mitglieder wählten Sarah Henschke aus Marpingen mit großer Mehrheit in das Amt der BDKJ Diözesanseelsorgerin. „Ich freue mich darauf die Aufgaben und Projekte des BDKJ mit euch weiterzuentwickeln und eure Interessen nach außen zu vertreten“, so die 30-jährige Gemeindereferentin, die u.a. auch Vertreterin ihrer Berufsgruppe beim synodalen Weg ist. Der dreiköpfige Vorstand des Dachverbands der katholischen Jugendverbände ist damit seit langer Zeit wieder voll besetzt.

Inhaltlich beschäftigte sich die Versammlung in weiten Teilen mit dem Thema Bolivienpartnerschaft und der damit eng verbundenen Boliviensammlung.

In ihrer über 50jährigen Geschichte erlebt die Kleidersammlung, aus deren Erlösen Bildungsprojekte im Partnerland mitfinanziert werden, zurzeit ihre größte Krise und dies nicht nur als Folge der Corona Pandemie.

Nach einer intensiven inhaltlichen, aber teilweise auch sehr emotionalen Diskussion über mehrere Stunden verabschiedeten die Delegierten schließlich einen Antrag, nachdem im Jahr 2022 vorerst keine Kleidersammlungen mehr stattfinden werden. Stattdessen bildete sich ein neuer Ausschuss, der einen umfangreichen Auftrag der Versammlung erhielt, um zukunftsfähige Lösungen für die Partnerschaftsarbeit zu erarbeiten. Unter breiter Beteiligung aller relevanten Stellen soll dabei die Zukunft der Kleidersammlung und der gesamten Partnerschaft geprüft, eruiert und wieder auf breite Beine gestellt werden. „Die Pandemie ist in der Sammlung nicht nur ein Stein, der uns in den Weg gelegt wurde, bei dem es darum geht, diesen aus dem Weg zu räumen und anschließend kann es wieder weiter gehen. Aktuell brechen uns ganz massiv alle Säulen der Sammlung weg. Hier gehören neben den Vorschriften zur Hygiene u.a. auch die Kleidermarktentwicklung, Kleiderqualität, personelle Situation in Haupt- und Ehrenamt u.v.m. dazu“, erklärt der BDKJ Diözesanvorsitzende Matthias Becker. „Wir möchten betonen, dass uns als Vorstand die Partnerschaft sehr wichtig ist! Gerade deshalb gilt es nun sich gut für die Zukunft und den langfristigen Fortbestand der Partnerschaft aufzustellen. Auch wenn das bedeutet, dass wir eine emotional sehr schwierige Entscheidung treffen mussten!“, ergänzt die Diözesanvorsitzende Lena Kettel.

Des Weiteren wurde als Ergebnis der seit 1 ½ Jahren tagenden Kommission, bestehend aus Vertreter*innen der Jugendverbände, der Abteilungsleitung und der Direktorin des Zentralbereichs, ein Beschluss zur Umstrukturierung der Arbeitsbereiche der Jugendbildungsreferent*innen der Verbände gefasst, nachdem die bisher ausschließlich für verbandliche Themen zuständigen Mitarbeiter*innen zukünftig auch in den neu zu gründenden Handlungsfeldern der Gesamtjugendpastoral mitwirken werden.

Ein dritter wichtiger Antrag wurde beschlossen, um nach den schweren Einschnitten durch die Einsparungen des Bistums auf Grund der aktuellen Haushaltslage zukünftig argumentativ und mit fundierten Fakten weitere finanzielle Reduzierungen in der Jugendarbeit zu vermeiden. Hierfür wurde eine neue Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der Abteilung Jugend gegründet.

Weitere Inhaltliche Schwerpunkte zu den Themen United4Rescue, Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und Nachhaltigkeit & Klimagerechtigkeit wurden in die Versammlung eingebracht, mussten aber aufgrund der vorangeschrittenen Zeit zur Beratung auf die unterjährig tagende Diözesankonferenz der Jugendverbände vertagt werden.