„Pachamama - unsere Erde ist uns heilig“ - Teil I

Deutsche und Bolivianer*innen sind den Auswirkungen der Klimakrise im virtuellen Seminar auf der Spur

Trier/La Paz - Mit dem ersten deutsch-bolivianischen Treffen am 30. Januar begann die dreiteilige virtuelle Reihe zu den Folgen des Klimawandels, den daraus resultierenden Herausforderungen und persönlichen Handlungsoptionen. Zu diesem Austausch hat das Referat für Bolivienpartnerschaft und Entwicklungspolitik des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier in Kooperation mit der Jugendpastoral Boliviens eingeladen. Ein Team aus Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen der Katholischen Jugend organisiert die Seminarreihe als Ersatz für eine Direktaustausch.

Beim ersten Teil haben sich die 45 Teilnehmer*innen mit den aktuellen Fakten der Klimakrise beschäftigt. Michael Geisler nahm die Anwesenden mit auf eine Klimaexpedition: erschreckende Fotos, die das Abschmelzen der Gletscher sowohl in den Alpen also auch in den Anden, den Rückgang des Regenwaldes durch Brandrodung und Landwirtschaft über Jahrzehnte zeigten, veranschaulichten Ursachen und Wirkung. Stefan Rostock von Germanwatch lieferte in seinem Beitrag weitere Fakten zur Klimakrise. So nimmt zwar der CO2-Emission in Deutschland im Gegensatz zu Bolivien leicht ab, beträgt aber immerhin über 9,44 t/Kopf, während er in Bolivien über 1,76 t/Kopf ausmacht. Besonders beeindruckend war das Schaubild des sogenannten „OXFAM-Donut“, der das Gleichgewicht von ökologischen und sozialen Elementen veranschaulicht, welche den sicheren und gerechten Raum der Menschheit gewährleistet. In Deutschland sind dabei ökologischen Grenzen weit überschritten, während die sozialen Faktoren ausgeglichen sind. Dagegen sind in Bolivien bis auf die Landnutzung die ökologischen Elemente im Gleichgewicht, während es bei den sozialen einen Nachholbedarf gibt.

In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen mit den Auswirkungen des Klimawandels an ihrem Heimatort aus. Auch bereits getroffene Maßnahmen, um den persönlichen Fußabdruck zu minimieren, wurden besprochen. So berichtet Clara aus Alcalá (Chuquisaca) von einer kommunale Müllsammelaktion, an der sich das ganze Dorf beteiligt hatte.

Bei der sprachlichen Verständigung halfen Tomás Sivila als professioneller Dolmetscher sowie einige ehemalige Freiwillige, die im Rahmen eines Bolivienaufenthalts Spanisch gelernt hatten.

Das dreiteilige interkulturelle Online-Seminar wird durch „Engagement Global“ mit Mitteln des Bundesministeriums für entwicklungspolitische Zusammenarbeit gefördert.

Beim zweiten Teil, am 20. März ab 19 Uhr deutscher Zeit steht die Bewertung der Klimakrise im Mittelpunkt. Dabei wird u.a. Bischof Eugenio Coter aus dem Pando seine Erfahrungen mit der Amazonasynode teilen. Die bolivianische Partner*innen bereitet diesen Teil vor. Im Flyer gibt es mehr Infos.

Anmelden kann man sich im Referat für Bolivienpartnerschaft und Entwicklungspolitik bolivienreferat@bdkj-trier.de.

Den dritter Schritt bildet das konkrete persönliche Handeln. Zwischen März und Juni werden dann Jugendgruppen in Deutschland und Bolivien Aktionen starten und in kleinen Projekten, ihren Beitrag zum Klimaschutz liefern.