Wie ist die Lage in unserem Partnerland

Eindrücke aus Bolivien zu Zeiten der Corona Krise

„Anfangs hat sich hartnäckig das Gerücht gehalten, der Corona-Virus würde in der Höhe nicht überleben.

Foto: Esther Henning

Wir wiegten uns in Sicherheit und verfolgten einigermaßen interessiert die Nachrichten aus Deutschland. Nur ab und an regte sich im Kreis der Kollegen der Verdacht, dass Fälle ggf. nicht bekannt gemacht würden, da sich Bolivien schließlich mitten im Wahlkampf befindet.“ So berichtet Esther Henning (Mitarbeiterin vom internationalen christlichen Friedensdienst Eirene) aus Bolivien.

 Doch das Coronavirus ist leider auch in unserem Partnerland Bolivien angekommen. Derzeit scheint die bolivianische Regierung sehr entschlossen, das Virus mit den unterschiedlichsten  Maßnahmen zu bekämpfen. Die Landesgrenzen wurden geschlossen und der internationale Flugverkehr eingestellt. Doch das Gesundheitswesen ist nur unzureichend auf die Situation vorbereitet. So stehen im ganzen Land nur 35 Beatmungsgeräte zur Verfügung.

Schulen und Kitas sind in Bolivien bereits seit Anfang März, also  vor uns in Deutschland, geschlossen. Gleichzeitig wurden landesweit Ausgangsbeschränkungen verhängt. Wer dagegen verstößt, muss mit Haftstrafen oder der Schließung ganzer Einrichtungen rechnen. Soziale Aktivitäten außerhalb der Familie sind bis auf weiteres verboten.

Die Proteste gegen die Maßnahmen mehren sich sowohl von Menschen, die im informellen Sektor arbeiten bzw. selbständig sind, als von auch Organisationen, die sich um Frauenrechte und um Kindesschutz kümmern“, so berichtet Esther Henning, die in El Alto lebt. Ihre interessanten Eindrücke können ausführlich  hier nachgelesen werden: https://weltkirche-blog.katholisch.de

 

Aktuelle Infos aus Sucre/Chuquisaca:

 

  • Ausgangssperre für alle Personen unter 18 und über 65 Jahren; d.h. Kinder und Heranwachsende dürfen überhaupt nicht aus dem Haus
  • Sa. und So. Ausgangsverbot für Alle (!)
  • Wochentags Ausgang täglich nur für 1 Person pro Haushalt mit passender Endziffer im Personalausweis (z.B. Freitag nur für 9 u.0)
  • Nur Einkäufe des täglichen Bedarfs, dringend nötige Arztbesuche, Bank usw.
  • Keine Autofahrten erlaubt; Lieferservice von den Märkten in entlegene Stadtteile
  • Maßnahmen gelten zunächst bis 15.04.
  • Hilfspaket der Regierung: Zuschuss für Familien mit Kindern bis zum Grundschulalter (nur für staatliche Schulen und Kitas); Lebensmittelpakete für Bedürftige; Zuschuss für bedürftige Studierende und solche, die nicht zu ihren Familien auf dem Land können;
  • Märkte teilweise noch geöffnet, tägliche Desinfektionsmaßnahmen
  • bisher 1 Tote in Sucre infolge von COVID-19

Diese Krise erreicht uns ausgerechnet in dem Jahr, in dem wir das 60jährige Jubiläum der Partnerschaft begehen. Jetzt gilt es besonders zusammenzuhalten, denn die Folgen sind – speziell in Bolivien - noch nicht absehbar. Der BDKJ wird weiter über die Entwicklungen im Partnerland und die Situation in den Partnerorganisationen informieren. (Regelmäßig sind aktuelle Infos bei Facebook unter „Boliviensammlung“ zu finden.)